Zur Geschichte

Das Gebiet um den Ahlbecker See war schon viele Jahrhunderte vor seiner ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1491 mit Menschen besiedelt. In dieser Zeit lebten in Ahlbeck vor allem Bauern, Fischer und Forstarbeiter, die im Dienste der fürstlichen Beamten (Amtshauptmänner) des Amtes Ueckermünde standen. Seit 1493 gehörte Ahlbeck zum Herzogtum Pommern und fiel nach dem Westfälischen Frieden im Jahre 1648 in schwedischen Besitz. In dem waldreichen Gebiet um den Ahlbecker See lebten Kohlen- und Teerschweler in einfachen Hütten.Gasthof Helmut Mahnke - Heute Gaststätte 'Seegrund' Diese Menschen waren der Gefahr von wilden Tieren, vor allem von Wölfen ausgesetzt. Noch bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts wurden in der Ueckermünde Heide regelmäßig Wölfe gejagd. Am 9. Januar 1999 wurde bei Ahlbeck der letzte Wolf (ein verletztes Tier) erlegt. Mit Beginn des 30jährigen Krieges, im Jahre 1618, hatte Ahlbeck 7 Bauernhöfe und 10 Büdnerstellen, wovon während der Kriegsjahre 10 Höfe und die Kirche zerstört wurden.

Um 1450 wird erstmals die Ahlbecker Kirche erwähnt, die nach den Zerstörungen des 30jährigen Krieges neu erbaut wurde. Die Fachwerkkirche in Ahlbeck, wie sie auch heute noch erscheint, wurde 1754 erbaut.

Mit der übernahme des Gebietes in preußischer Verwaltung im Jahre 1719 stieg die Zahl der Teeröfen in der Ueckermünder Heide und es begann die Zeit der Kolonisierung.
Der von der preußischen Regierung beauftragte Kriegs- und Domänenrat Christoph Ludwig Winkelmann veranlaßte um 1740, das Gebiet um den Ahlbecker See mit Kolonistenfamilien zu besiedeln und diesen See abzulassen, um fruchtbare Wiesen zu schaffen. Alte Postkarte 1744 floß das erste Wasser über einen Kanal durch den Eggesiner See über die Randow in die Uecker. In dieser Zeit entstanden die Kolonistensiedlungen Vorsee, Gegensee, Hintersee und Ludwigshof. Die Hoffnungen der Menschen, große und fruchtbare Wiesen durch die Seeablassung zu gewinnen, erfüllten sich jedoch nicht.
Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Teufelsgraben gebaut, um eine erneute Ablassung in den Warpschen See bei Rieth vorzunehmen. Die letzte Seeablassung erfolgte durch eine Vertiefung des Teufelsgrabens im Jahre 1879. In der Siedlung Ludwigshof ließ Winkelmann eine Brauerei errichten, welche die Kolonisten mit Bier zu versorgen hatte.

Im Jahre 1865 hatte Ahlbeck 614 Einwohner.Es entwickelte sich neben den Bauernhöfen, Büdnerstellen und Fischern holzverarbeitende Gewerke, Händler und die Leinweberei. Die Ahlbecker Kirche war eine Tochterkirche von Rieth und später von Luckow. Erst 1862 hatte Ahlbeck eine Mutterkirche mit eigenem Pfarramt.Alte Ziegelei - Arbeitete von 1908-1971 1897 begannen im Innern der Kirche umfangreiche Renovierungsarbeiten, und 1913 erhielt der Kirchturm ein neues Gewand. In dieser Zeit entstand auch die Ahlbecker Dorfstraße aus Feldsteinen.

Um die letzte Jahrhundertwende wurde in der Siedlung Ludwigshof eine Fabrik erbaut, in der man aus Faulschlamm Ammoniak herstellte. Das Unternehmen ging wegen Unrentabilität bald ein. Durch die Ausbaggerung des Seeschlicks für die Fabrik entstand der Ludwigshofer See. Im Februar 1894 wurde aufgrund der wachsenden Kinderzahl in Ahlbeck das zweite Schulgebäude eingeweiht. 1912 vereinigten sich Vorsee und Ludwigshof mit Ahlbeck zu einer Gemeinde.

Die gesamte Chronik sowie viele Gegenstände,Fotos und Aufzeichnungen kann man in der Heimatstube Ahlbeck / Dorfstraße 9 / betrachten. Ansprechpartner ist Frau Stein / Buchholz 18 / Tel. 039775/20119